27. September 1941

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Sonn­abend, am 27. Sep­tem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­lieb­ter [Ro­land]! Du!

Eben habe ich ei­nen lan­gen Schrei­be­brief [sic] an die lie­ben El­tern nach K. be­en­det. Ich zählte ih­nen auf, was wir an all den schö­nen Son­nen­ta­gen noch mit­ein­an­der un­ter­nah­men, er­leb­ten. Wie wir Dich aus­rüs­te­ten auf die Rück­reise, da­mit sie sich nicht sor­gen! Und wie der letzte Tag in der Hei­mat ver­lief. Sie wer­den sich ge­wiß recht freuen, daß ich sie mit teil­ha­ben lasse an al­lem. 4 lange Sei­ten sind es ge­wor­den. Wir sind heute so­weit fer­tig mit un­se­rem Pro­gramm (Rei­ne­ma­chen)[,] ich denke nicht daran, mich zu über­stür­zen. Wäh­rend ich schrieb, stand ein He­fe­ap­fel­ku­chen im Ofen. Wei­ter­le­sen!

26. September 1941

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Frei­tag, am 26. Sep­tem­ber 41.

Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­lieb­ter!!

Du sitzt im Zuge, schickst viel­leicht ge­rade jetzt auch Deine Ge­dan­ken zu mir – Du! Ach Du! Wie könnte es wohl an­ders sein? Du mußt so wie ich zu­rück­den­ken – zu­rück an un­ser un­er­meß­li­ches Glück, an die köst­li­chen Stun­den in­nigs­ter Ver­bun­den­heit und heim­lichs­ter Traute – mein ge­lieb­ter [Ro­land]! O Du!!! Es ist mir heute noch keine Mi­nute schmerz­lich zum Be­wußt­s­ein ge­kom­men, daß Du nun wie­der fort von mir bist – nicht schmerz­lich, son­dern ganz tief im In­ners­ten froh und be­glückt und ru­hig kann ich an Dich den­ken. Wei­ter­le­sen!

Urlaub September 1941

TS_contributor_avatar-smRo­land ist bis zum 26. Sep­tem­ber auf Hei­mat­ur­laub, des­halb gibt es zur­zeit kei­nen Brief­wech­sel.

24. August 1941

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Sonn­tag, den 24. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­l­ein! Ge­liebte!

Wo bist Du denn eben jetzt? Herz­lieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb ne­ben mich, ganz nahe – noch ein bis­sel nä­her – ach gleich auf mei­nen Schoß, Her­ze­l­ein! Ich möchte Dir ganz lieb et­was sa­gen. Wirst [Du] mir fein zu­hö­ren? Das Man­nerli wird erst am Diens­tag bei Dir sein. Ach Du! Sei nicht bös[‘] jetzt – oder sei es und grolle mir – Dein Man­nerli ist ja schon auf dem Weg zu Dir in die­sem Au­gen­blick. Und mor­gen, Sonn­tag, wo es bei Dir ein­keh­ren wollte, da ist es Dir schon so viel nä­her. Und noch ein­mal schla­fen, Mon­tag, da soll doch schon das Te­le­gramm kom­men – und dann dau­ert es gar nim­mer lange. 48 Stun­den nur mehr Ge­duld, Herz­lieb – das Man­nerli auch! Und warum? Wei­ter­le­sen!

23. August 1941

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Sonn­abend, den 23. Au­gust 41

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebste mein!!!

Dein lie­ber, lie­ber Bote von Sonn­abend ist zu mir ge­kom­men. Sei viel­lieb be­dankt, Herz­lieb mein! [Du] Kannst Dir den­ken, was mich nun am meis­ten be­wegt? Ge­lieb­tes Weib! Du, meine [Hilde]! Ach, ich werde ja nicht eher wie­der ganz ru­hig wer­den, eh[‘] Du mir nicht ge­schrie­ben hast von Dei­nem schwe­ren Gang, eh[‘] ich nicht wie­der bei Dir bin und in Deine lie­ben Au­gen schaue. Ach Ge­liebte, Du, mei­nes Her­zens Ver­traute und de­ren gan­zes, letz­tes Ver­trauen ich be­sitze, ich will ver­su­chen, Dir zu sa­gen, was das Man­nerli be­wegt darum, und ich weiß, Du wirst mich ver­ste­hen, wo die Worte ih­ren Dienst ver­sa­gen – so wie ich Dich in al­lem ver­stehe, was Du mir dazu schreibst. Ja, Herz­lieb, ich ver­stehe Dein Han­deln, ver­stehe Dei­nen Ent­schluß. Wei­ter­le­sen!